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The Great Repair

Den Bestand neu denken: Vom Paradigma der Reparatur zum Gestaltungsprinzip.

Info

Design

  • Editorial
  • Visuelle Identität

Herausforderung
Wie lässt sich das Potential von Reparatur sichtbar machen? Ein visuelles Erscheinungsbild für ein Ausstellungsprojekt initiiert von ARCH+.

Ansatz
Inspiriert von den künstlerischen und theoretischen Positionen des Projekts, lässt unser Design aus Bestandsmaterialien Neues entstehen.

Ergebnis
Ein flexibles Gestaltungssystem mit markantem Charakter, das den Diskurs über Reparatur visuell aufgreift.


In zwei Magazinen und einer Ausstellung präsentiert die Zeitschrift für Architektur und Urbanismus ARCH+ künstlerische und theoretische Beiträge, die sich mit dem Prinzip der Reparatur als Gegenentwurf zur globalen Ressourcenverschwendung auseinandersetzen. Inspiriert von den Positionen des Ausstellungsprojekts gestalten wir ein charakteristisches Erscheinungsbild, das Altes nutzt, um Neues zu schaffen.

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Eine Ausstellungsprojekt über Reparatur
So wie bisher kann es nicht weitergehen. Wir leben in einer Wegwerfgesellschaft, die Ressourcen verschwendet und unseren Planeten zerstört. Wie kann ein Gegenentwurf aussehen? Das Potenzial der Reparatur erforscht ARCH+ in Zusammenarbeit mit Milica Topalović (Department für Architektur, ETH Zürich) und Florian Hertweck (Faculté des Sciences Humaines, Universität Luxemburg). Unter dem Titel The Great Repair präsentiert das Redaktions- und Kurator:innenteam zwei Magazine und eine Ausstellung in der Akademie der Künste, Berlin, die sich mit dem Reparieren als neues Gestaltungsparadigma auseinandersetzen.

Reparieren bedeutet mit dem Bestand zu arbeiten – das, was schon da ist, umzubauen und es weiterzuentwickeln. Während die Restauration versucht, einen früheren Status quo wiederherzustellen, setzt sich die Reparatur kritisch mit dem Ausgangsmaterial auseinander. Reparieren verändert, ergänzt und erzeugt Neues.

Bestand hinterfragen als Gestaltungsprinzip
Diese zentrale Qualität der Reparatur inspiriert unser Gestaltungsprinzip für das visuelle Erscheinungsbild der Publikationen und der Ausstellung: Wir hinterfragen Bestandsmaterial und organisieren es neu. Unser Ausgangsmaterial dafür sind Helvetica und Times – die beiden Hausschriften des Magazins ARCH+.

Den normierenden Charakter der weltbekannten Schriften stören wir, indem wir die vertraute typografische Ordnung umkehren. Wir vertauschen die horizontale Ausrichtung von Versalien (z. B. „A“) und Minuskeln mit Unterlängen (z. B. „g“). Zusätzlich reduzieren wir die Laufweite und entfernen den Abstand zwischen den einzelnen Buchstaben. Beide Manipulationen hindern den gewohnten Lesefluss, irritieren und schaffen gleichzeitig eine neue Regelhaftigkeit. Das Ergebnis ist ein charakteristisches Erscheinungsbild, das den Diskurs über Reparatur ins Grafische übersetzt.


Die Ausstellung The Great Repair war von 14.10.2023 bis 14.1.2024 in der Akademie der Künste am Hanseatenweg Berlin zu sehen.

Ansichten Ausstellung, Rundgang und Eröffnung: © David von Becker.

Ansprechpartner:in

André van Rueth
Design
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Zeitschrift für Architektur und Urbanismus.