Marken

Staatstheater Hannover

Staatstheater Hannover
2019

 

Markenstrategie
Markenarchitektur
Corporate Design
Coaching

Radikal reduziert – dabei hitzig, laut und expressiv: Der neue Auftritt für das Staatstheater Hannover ist weniger staatstragend als im besten Sinne theatralisch. Wir inszenieren das Vierspartenhaus (Schauspiel, Oper, Ballett, Konzert) als Störfaktor, als Impulsgeber. Es galt, zu einer geschlossenen Identität zu finden, das Gemeinschaftsgefühl im Haus zu stärken und dabei die Sparten so eigenständig wie möglich zu erhalten. Um einen manifesten Wirkungsanspruch nicht nur zu formulieren, sondern auch nach außen zu tragen. 

Motor der Gesellschaft

Leitidee für die Dachmarkenstrategie und das gesamte Erscheinungsbild: Das Staatstheater ist Motor der Gesellschaft. Die Markenarchitektur blieb erhalten. Das zackige, angriffslustige X als visuelles Kernelement klammert die gesamte Kommunikation und wird inhaltlich aufgeladen. Wie aus Blitzen zusammengesetzt, die in der Mitte zusammenlaufen, symbolisiert dieses Logo die gebündelte Kraft des Vierspartenhauses. Auch kann es gelesen werden als Rückgrat. Wie an einem Rückgrat entlang bewegt es sich responsiv auf der Mittelachse, verschieben sich Wort- und Bildmarke in ihrer Größe und Zuordnung proportional, stufenlos skalierbar für unterschiedliche Medien auch im digitalen Raum. Der Eindruck: das Gegenteil von statisch. Das Logo fungiert als Bedeutungsträger, als bewegliches, dabei beständiges, strukturgebendes Rückgrat der Kulturinstitution Staatstheater – und der Gesellschaft. 

Die Zusammenarbeit

Es ging um Kraft und Klarheit, um Expansion, auch im Prozess. Wir haben das Corporate Design und eine Gestaltungssystematik für das hausinterne Grafikteam entwickelt. Mit unseren Schulungen (auch des externen digitalen Dienstleisters) befähigen wir zur eigenständigen Nutzung und Weiterführung des Designs. Die Grundlagen sind partizipativ entstanden. Unsere Spielzeithefte für die Sparten Schauspiel und Oper (die umfassendsten Printpublikationen des Theaters) dienen als Vorlage für die Monatsprogramme, Imagekampagne und Saisonkommunikation. 

Sehr gern sind wir den Wünschen unserer Auftraggeberinnen gefolgt, die Fotografen Sven Marquardt und Kerstin Schomburg einzuladen. Marquardt hat das Ensemble (Oper und Ballett)  in Hannover fotografiert und sich auf die Inszenierung der Persönlichkeiten konzentriert, Schomburg traf sich mit den Schauspielerinnen an deren Wohnorten und Lieblingsplätzen dort. Es ging tatsächlich darum, via Design Stellung zu beziehen. Dass auch Aspekte wie „biestig“, „hässlich“, „cool“ ihren Platz nicht nur in der Diskussion fanden, dass anecken und polarisieren mitgedacht wurden, sehen wir als mutigen, konsequenten Schritt in der Markenentwicklung unseres Auftraggebers. Wir waren intensiv beratend und begleitend an seiner Seite. Das war herausfordernd, aber auch enorm zielführend – und effizient. 

Dadurch, dass der Arbeitsprozess selbst unserer Gestaltung oblag, gelangen die gestalterischen Ergebnisse außergewöhnlich gut und genau stimmig für alle: zu einem Corporate Design im besten Sinne. Das Staatstheater Hannover fand zu einem Erscheinungsbild, das verkörpert, was strategisch und künstlerisch in die Zukunft weist.

Mathias Schulz
Gestaltung

„Ich bin stolz darauf, dass es uns gelungen ist, einem dynamischen Erscheinungsbild so viel Kraft zu geben. Dass es so elektrisierend ist. Laut, expressiv, lebendig.“

Mathias Illgen
Projektleitung, Partner

„Es ist uns gelungen, das künstlerische Leitungsteam des Mehrspartenhauses erstmalig zusammenzubringen (aus Berlin, Hamburg, Hannover, Karlsruhe und Basel). So konnten wir gemeinsam an der Strategie arbeiten und verifizieren, wofür das Haus steht, mit den künstlerischen Visionen und dem großen Engagement aller Beteiligten: Motor der Gesellschaft sein.“

Ausblick

Feinarbeit und Finale waren enorm spannend. Unser Team hat gekämpft für den Favoriten, unser Auftraggeber mit sich gerungen, auch wir sind in unserer Zusammenarbeit an Extrempunkte gelangt. Uns allen ging es darum, die (neue) Ausrichtung des Hauses herauszukitzeln, sie stimmig zu interpretieren und visuell spürbar werden zu lassen.

Das Ergebnis: eine unverwechselbare Kulturmarke. Ein Haus mit Kultpotential. Und hohe Praktikabilität, was die Implementierung und Nutzung des neuen Erscheinungsbildes angeht. Unser medienübergreifendes Baukastensystem gibt dem Staatstheater Hannover kommunikativ-gestalterischen Spielraum für mindestens die nächsten zehn Jahre: Die vier Sparten können eigenständig agieren, ihre künstlerischen Spielräume neu ausgestalten und verbinden. Neue interdisziplinäre Formate, Festivals usw. spiegeln auf inhaltlicher Ebene die Flexibilität und inszenatorische Freiheit des Hauses. Das dürfte sich im Stadtraum ausbreiten und vielleicht sogar über die Stadt- und Landesgrenzen hinaus Wirkung zeigen.

Fazit: Hier hat die Entwicklung eines neuen Erscheinungsbildes eins zu eins zur Reflexion und zur Weiterentwicklung des Selbstbildes geführt.

Das Staatstheater Hannover bringt sich ins Gespräch und hebt sich in der Theaterlandschaft ab; es positioniert sich mit seinen starken Visuals in der Kulturszene kraftvoller denn je – und, völlig neu, in der Designszene. Ein hocherfreulicher „Nebeneffekt“ mit Strahlkraft in Richtung neuer Zielgruppen.

 

Sprechen Sie uns gerne an:

Mathias Illgen
Geschäftsführung, Partner
m.illgen@stanhema.com