Podium

Virtuelle Messe

Bette Future Days, die digitale Messe

Dorothea Koch
Julia Freymark
Sven Rensinghoff, Marketingleiter Bette
21. Juni 2021

Sie sind ortsunabhängig, umweltfreundlich und günstig. Digitale Messen beweisen Innovationsgeist und gehören zum Veranstaltungsrepertoire der Zukunft. Als kreative Impulsgeber:innen und langjährige Partner:innen haben wir Bette durch seine erste digitale Messe, die Future Days, begleitet. Wie gelang die Verbindung zwischen Menschen und Marke? Podiums-Redakteurin Julia Freymark im Gespräch mit Markenstrategin Dorothea Koch und Bettes Marketingleiter Sven Rensinghoff.

Schon früh hat sich durch die Pandemie gezeigt: Reale Messen, wie wir sie kennen, verlagern sich in den digitalen Raum. Wie seid ihr die Herausforderung angegangen?

Dorothea Koch: Mit viel kreativem Brainstorming, Analyse und gegenseitigem Vertrauen. Wir haben uns im Vorfeld andere digitale Messen angeschaut, um ein Gefühl für Formate zu entwickeln. Das war für uns völliges Neuland, eine echte Herausforderung. Eine reine 1-:-1-Adaption herkömmlicher Messekonzepte in den digitalen Raum konnte keine Lösung sein. Am Ende entstanden mehrere Konzepte, bei denen Bette seine Produktneuheiten vorstellen konnte: Live-Show-Formate, Online-Seminare und Frage-Runden.

Sven Rensinghoff: Wenn mehrere Kreative aufeinandertreffen, kann es auch zu Interessenskonflikten kommen. Das war überhaupt nicht der Fall. Stan Hema hat uns beim Branding, Naming und Sound gut und professionell unterstützt. Gemeinsam haben wir uns gut ergänzt und ein Ergebnis erzielt, mit dem wir sehr zufrieden sind.

Sinneserlebnisse spielen bei realen Messen eine wichtige Rolle. In Erinnerung bleibt die Haptik, Sensorik oder den erlebbaren Klang einer Wanne. Das alles fällt bei der digitalen Messe aus. Wie gelang euch die Verbindung zwischen Menschen und Marken?

Dorothea Koch: Mit viel Authentizität in den Live-Formaten, bei denen die Kund:innen direkt Fragen stellen konnten und so Teil der Performance wurden. Bei den Frage-Runden konntest du, Sven, mit deinem Team spontan auf die Menschen eingehen, und es war toll zu sehen, wie ihr mit jeder Show lockerer wurdet.

Sven Rensinghoff: Vielen Dank, Dorothea. Ja, wir mussten uns erstmal an die Kamera gewöhnen. Letztendlich haben wir uns nicht nur als Marke, sondern als Menschen hinter der Marke Bette präsentiert. Und da ist es auch mal okay, wenn durch die Aufregung kleinere Fehler passieren. Das macht uns umso sympathischer und das Publikum offener. Am Ende hatte ein Kollege 25 Gespräche an beiden Tagen. Mehr als auf einer realen Messe!

Worin seht ihr die Vor- und Nachteile der digitalen Messe?

Sven Rensinghoff: Super ist, dass qualitativer Content noch im Nachhinein online bleibt. So können wichtige Kontakte, die an dem Termin keine Zeit hatten, sich auch hinterher informieren. Zwar geht der Eventcharakter verloren, aber wir können mit der digitalen Messe zeitunabhängiger, schneller und regelmäßiger kommunizieren. Dass wir die Teilnehmerzahlen kennen, ist ein weiterer Vorteil. Nach Deutschland hatten wir beispielsweise die meisten Registrierungen aus Großbritannien. Am meisten gefehlt hat uns trotz allem das unmittelbare Kundenfeedback.

Dorothea Koch: Das sehe ich auch so. Außerdem bringt die digitale Messe weniger direkte Kund:innen, die für die Wirtschaftlichkeit eine große Rolle spielen. Die Messe ist nicht mehr das Highlight des Jahres. Der Erlebnisfaktor fehlt. Anders als bei der analogen Messe, gibt es auch keinen „Mitnahme“-Effekt. Das wichtigste Branchentreffen des Jahres wird quasi zur digitalen Unternehmenspräsentation ohne wirklichen Kontakt zu Mitbewerbern.

Was nehmt ihr aus der Erfahrung mit?

Dorothea Koch: Lernen, lernen, lernen. Für mich ist die virtuelle Messe eine ideale Spielwiese zum Experimentieren. Das bedeutet Hinschauen, ehrliches Feedback einsammeln und keine Scheu haben, es umzusetzen.

Sven Rensinghoff: Auf jeden Fall! Aber spielen und lernen allein reicht nicht. Eine Erkenntnis ist, dass auch die Leadgenerierung harte Vertriebsarbeit ist, weshalb wir das Kundentracking noch besser für uns nutzen sollten. Und es bleibt die Frage, wie wir in Zukunft besser mit den Kunden auch über Distanz im engen Dialog bleiben können.

Stan Hema und Bette haben mit den Future Days eine Plattform für die Zukunft geschaffen. Die ersten Hürden sind überwunden, und die digitale Infrastruktur steht. Wie geht’s weiter?

Dorothea Koch: Nach den Future Days ist vor den Future Days. Der digitale Raum ist eine Chance für Bette, nicht nur einmal im Jahr, sondern über das ganze Jahr präsent zu sein. Es wird nach der Pandemie auch wieder analoge Messen geben, ganz klar. Aber die digitale Messe wird uns erhalten bleiben und sich weiter-entwickeln, denn sie ist zu einem wichtigen Teil der Markenkommunikation geworden.

Sven Rensinghoff: Ich sehe es so ähnlich. Die Zukunft der Messe wird eine Hybridlösung sein – analog und digital. Wir müssen beides parallel gestemmt bekommen ohne Qualitätsverlust. Zeitlich war unser Aufwand bei den Future Days zwar hoch, aber finanziell geringer als bei einer großen Präsenzmesse. In einem Jahr werden wir das ganze viel routinierter angehen können. Grundsätzlich wird es die Online-Formate weiterhin geben. Vor allem das Bewegtbild wird in Zukunft unverzichtbar, um schnell viele Menschen zu erreichen. Eine Live- Show ist eben doch nochmal ein anderes Erlebnis, als nur einen Katalog durchzublättern. Man hat auch digital das Gefühl „dabei zu sein“ – wenn auch nur über einen Bildschirm.

Vielen Dank Dorothea und Sven für das Gespräch.

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