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Post-Corona

Marken Post-Corona: Warum jetzt die Zeit für Demut und Courage kommt.

„Marken brauchen Demut. Spätestens jetzt müssen sie an wortwörtlich Gutem arbeiten. Und können so Vorbild werden.“

Skizze zu Risiko- und Zukunftskompetenz einer Marke

Andreas Weber
15. April 2020

Was ist die Moral der Geschichte? Das ist die Frage, die mich momentan umtreibt. Denn was wir gerade erleben, ist zu groß, um klein gedacht zu werden. Die Corona-Pandemie erschüttert uns. Jeden einzelnen Menschen, die Gesellschaft, die Wirtschaft. Und natürlich auch die Marken.

Momentan leben viele Unternehmen und Marken noch in der Durchhalten-sortieren-Wunden-versorgen-so-tun-als-ob-nichts-wäre-Phase. Man kann es auch Illusion nennen oder Business as usual. Denn während Zukunftsforscher mit unterschiedlichsten Szenarien das Übermorgen beschreiben, schälen sich vier Einsichten heraus:

Soziale Verhaltensformen werden sich ändern. Das Verhältnis zwischen Technologie und Kultur wird sich verschieben. Nachhaltigkeit und Wir-Kultur werden zu wichtigen Werten. Und:

Die Sinnfrage nach dem Zweck des Wirtschaftens stellt sich unterschiedlich stark – aber sie stellt sich.

Unsere Zukunft ist also eine andere geworden. Was bedeutet das für Marken? Meiner Meinung nach, dass sie Demut brauchen, um auf die aktuellen Herausforderungen reagieren zu können. Sie haben jetzt die Chance, an wortwörtlich Gutem zu arbeiten: an der eigenen Firmenkultur, dem kooperativen Entwickeln von Ideen, an neuen Arbeitsmodellen, neuen Vergütungssystemen und neuen Definitionen von Erfolg. An nachhaltigem Wirtschaften. An ihrem Purpose.

Soziale Verhaltensformen werden sich ändern. Das Verhältnis zwischen Technologie und Kultur wird sich verschieben. Nachhaltigkeit und Wir-Kultur werden zu wichtigen Werten. Und:

Accept the facts. Roll up your sleeves. Say no to platitudes and selfish gestures. And say goodbye to perfection.

Wenn wir momentan mit unseren Auftraggebern über die Risiko- und Zukunftskompetenz ihrer Marke nachdenken, dann geht es genau um dieses Haltungs-Quartett.

Wie könnt ihr jetzt wirklich wach und „da“ sein? Denn ihr müsst jetzt der Welt zugewandt sein. Wie befriedigt ihr empathisch existenzielle Bedürfnisse nach Sicherheit und Transparenz? Geht in den Dialog, stellt Kooperation her. Wie könnt ihr euch um euer Team, eure Business-Partner und eure Kunden kümmern? Versucht die Bedürfnisse klar zu erkennen. Und fangt an, service- und dienstleistungsorientiert zu denken. Was brauchen Menschen tatsächlich von euch, jetzt und übermorgen? Denn höchstwahrscheinlich ist es jetzt an der Zeit, über eure Mission und euren Purpose nachzudenken. Wie könnt ihr aktuell und langfristig Orientierung bieten? Dafür müsst ihr bereit sein, vorzuleben, im wahrsten Sinne, Präsenz zu zeigen. Ihr müsst authentisch sein, euch erlauben, in dieser Ausnahmesituation Fehler zu machen und daraus zu lernen. Denn nur so könnt ihr euch entwickeln und neu positionieren.

Auf Deutsch gesagt: Es ist die Zeit des Hose-runter-Lassens.

Klarheit. Ehrlichkeit. Demut. Zeit für solidarisches statt egoistisches Handeln. Zeit für eine fokussierte Themenkommunikation. Adieu Phlegma und Blick aufs nächste Quartal. Hallo Bewegung und Weitblick in die Zukunft. Markenführung ist nicht mehr ohne tatsächlich gelebte Werte denkbar. Was sind also eure?

Demut geht übrigens auf das althochdeutsche „diomuoti“ zurück. Das Wort Mut steckte damals schon drin, ebenso das Wort Sinn. Wenn das keine Motivation ist: Traut euch!

Ich freue mich auf den Austausch!

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Andreas Weber
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